Die Liebe ist ein seltsames Spiel - Ganymed in love im Kunsthistorischen Museum Wien
Über die Bedeutung der Werke aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums lässt sich trefflich diskutieren. Die Ganymed Serie ist jedoch bekannt dafür, ausgewählte Gemälde in völlig neuem Kontext zu deuten und performativ im Museum erfahrbar zu machen. War es im Jahr 2018 beispielsweise die Natur, welche die Hauptrolle gespielt hat (mein Blogpost dazu), so ist es diesmal die Liebe.
Spielarten der Liebe
Bereits zum sechsten Mal interpretieren Künstlerinnen und Künstler in den Sälen der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien in einer Serie von Performances die Bilder auf ihre eigene, persönliche Art und Weise. Die Werke der Kunstgeschichte werden von 30 Künstlern mit Texten, Musik und Tanz ganz neu erlebbar. Beispielsweise interpretiert Schriftsteller Franz Schuh das "Gleichnis vom verlorenen Sohn" von Pompeo Batoni als Familienkonflikt, dargestellt von Peter Wolf. Die Inszenierung stammt von Jacqueline Kornmüller.
Das Besondere an den Aufführungen ist, dass man als Zuseher sehr nah am Geschehen ist und so die schauspielerischen, tänzerischen und musikalischen Leistungen umso besser bewundern kann. Hin und wieder muss man aber mehrfach versuchen in eine Performance zu gelangen, was der großen Anzahl von Besuchern geschuldet ist. Jede Performance wird kontinuierlich mit kurzen Pausen immer wieder aufgeführt. Die mit Lageplan und kleinem Klappstuhl ausgestatteten Besucher können somit im Laufe des Abends allen Performances beiwohnen.
Mehr Fotos finden sich auf meiner “Ganymed in love” Gallery Website.
Ganymed in Love @ carla
Zusätzlich zu den Terminen im Kusthistorischen Museum bringt das Ensemble am 25. April in einer besonderen Aufführung 9 Szenen im Carla Möbellager am Mittersteig. Der Erlös aus dem Ticketverkauf kommt der Caritas zugute.
A place in the heart Gabbeh über Bauernhochzeit von Pieter Bruegel es spielen Mona Matbou Riahi, Manu Mayr und Golnar Shahyar
Remember Me, Nahum Tate / Henry Purcell über das Haupt der Medusa von Peter Paul Rubens, es spielt Mira Lu Kovacs
Philemon, Martin Pollack über Gewitterlandschaft von Peter Paul Rubens, es spielt Bert Oberdorfer
An apple a day, Martin Ptak und Benny Omerzell über Adam und Eva von Hans Memling, es spielen Martin Ptak und Verena Zeiner
Frigide, Lize Spit über Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers von Joseph Heintz, es spielt Johanna Prosl
torch song, ruth weiss / Martin Eberle über Hl. Margarete von Raffael, es spielen Klemens Lendi und Manaho Shimokawa
blind love, über Blinder Drehleierspieler von Francisco de Herrera, es spielt Matthias Loibner
Die Hände, Jean Philippe Toussaint über die Rosenkranz Madonna von Caravaggio, es spielen Eva Böhm, Max Brandl, Alice Hu, Arun Mariavilasm und Christian Nickel
Der Vater, der Sohn, ein Bruder und ein Gleichnis Franz Schuh, über Gleichnis vom verlorenen Sohn
von Pompeo Batoni, es spielt Peter Wolf
Vergissmeinnicht Milena Michiko Flasar über Alte Frau am Fenster von Gerard Dou, es spielt Sabine Haupt
Rania’s Love, über Kirschenmadonna von Tizian, es spielt Rania Ali
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